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  • DB lässt Rollstuhlfahrer in Hagen stehen. Feuerwehreinsatz, bitte!

    Am vergangenen Mittwochabend habe ich mich gemeldet beim DB Info Punkt, vorne in der großen Halle vom Hauptbahnhof Köln, etwa anderthalb Stunde vor Abreise meines gebuchten Zuges ICE 102 (planmässige Abfahrt 21:10 Uhr) nach Hagen.

    Der zuständige Mitarbeiter hat auf die ausgedruckte Übersicht der Anmeldungen geschaut, meine Anmeldung gefunden und gemeint, ich sollte etwa 20 Minuten vor Abreise wieder zurückkommen. Als ich um 20:50 Uhr wieder beim Info Punkt vorbei schaute, hieß es: der Aufzug zum Gleis 4 ist außer Betreib. Anscheinend hatten kurz bevor ein wenig zuviele Fahrgäste auf einmal versucht sich gemeinsam in den Aufzug reinzupressen. Halbwegs hat der Aufzug gestreikt. Die Feuerwehr hat die Damen en Herren eins nach dem anderen rausgeholt. Und weil der Aufzug aus lauter Glas besteht, hat es eine Menge an Zuschauer gegeben, so erzählte mir ein freundlicher Mitarbeiter, während wir gemeinsam zu meiner alternativen Verbindung unterwegs waren: anstatt mit der ICE 102, sollte ich jetzt mit dem Regionalzug ('National Express‘) von 21:21 Uhr reisen.

    In dem Moment hatte dieser Regionalzug etwa 8 Minuten Verspätung. Weil es nicht klar war, ob in Hagen überhaupt noch jemand vom Service da wäre, wenn der Zug eintreffen würde (mit der Verspätung war die vorgesehene Ankunftszeit kurz nach 22:30 Uhr, wobei die Service in Hagen nur bis 22:30 Uhr da ist), hat man dem Lokführer Bescheid gesagt. Er (oder einer seiner Kollegen) sollte mir eventuell helfen, beim Aussteigen in Hagen.

    Einmal in Hagen auf dem Bahnsteig, habe ich den Schaffner gefragt, wo der Aufzug ist, weil am Plattform war es relativ dunkel. Der Zug ist losgefahren als ich zum Aufzug gelangt bin, nur um festzustellen, dass (auch!) dieser Aufzug außer Betrieb war. Mittlerweile war es schon nach 22:30 Uhr.

    Ein weiterer Fahrgast hat sich um mich gekümmert und ist auf der Suche gegangen nach Hilfe. Glücklicherweise gab es noch jemand der DB Service. Als diese Mitarbeiterin auf mich zukam, lautete ihre Frage sofort wieso ich mich nicht gemeldet hätte in Köln, beim DB Infopunkt. Weil dann hätte man mir nähmlich sagen können, dass der Aufzug in Hagen also nicht ging!

    Entschuldigung? Ich hätte mich nicht gemeldet? Wie kam sie jetzt dazu? Laut ihrer Info aber, so erzählte sie mir, hätte ich mich in Köln überhaupt nicht gemeldet. Sofort habe ich ihr erklärt, dass mich ganz bestimmt und ganz deutlich gemeldet habe. Mehrfach sogar! Und jawohl, ich hatte dabei auch jedes Mal meinen Namen genannt. Wie sonst hätte der DB Service Mitarbeiter in Köln meine Voranmeldung überprüfen können? Wie sonst wäre ich überhaupt in den Zug gelangt: weil in Köln hat man den Hubwagen verwenden müssen, damit ich einsteigen konnte. Und dieser Hubwagen bewegt sich ganz bestimmt nicht von alleine! Da braucht es wirklich einen Mitarbeiter der DB. Und dieser Mitarbeiter erscheint nur, nachdem man sich (an)gemeldet hat!

    Mittlerweile fast 22:45 Uhr stand ich also auf dem Bahnsteig in Hagen, ohne Möglichkeit dies verlassen zu können. Die DB Mitarbeiterin stellte vor, erneut (!) in einen Zug einzusteigen und bei einem weiteren Bahnhof auszusteigen und wieder umzudrehen, damit ich auf einen anderen Bahnsteig in Hagen ankommen würde. Gleichzeitig aber, hat sie ihr Bedenken geäußert darüber, ob dies überhaupt möglich war, weil sie nicht wusste ob beim nächsten Bahnhof noch jemand Vorort war, damit ich geholfen werden konnte beim aus- und wieder einsteigen.

    Dann also habe ich mein Telefon genommen und die 112 gewählt. Der Polizei gegenüber habe ich die Situation erklärt. Nach kurzer Zeit trafen 4 Männer der Feuerwehr ein, die mich also vom Bahnsteig runtergetragen haben. Anschließend habe ich denen meine Personalien übermittelt.
    'Ach, es ist schon mal wieder etwas anderes wie eine Katze vom Baum herunterbekommen!'

    Von der DB Mitarbeiterin habe ich mir schriftlich bestätigen lassen, dass erstens der Aufzug in Hagen nicht geht (ging) und zweitens, dass ihren Informationsangaben nach, ich mich nicht gemeldet hätte in Köln, weswegen man mich nicht informieren konnte, bzgl. den kaputten Aufzug in Hagen. Am nächsten Tag habe ich den Vorfall gemeldet. Die Antwort der DB lautete: ‚Ihr Schreiben haben wir an den Kundendialog weitergeleitet, wo es abschließend bearbeitet und beantwortet wird. Wir bitten Sie bis dahin um etwas Geduld.‘

    Fortsetzung folgt!